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ARCIGAY-CENTAURUS: Enttäuschung und Empörung darüber wie der (Nicht-)Beitritt an das Netzwerk RE.A.DY gehandhabt wurde

By 14 Januar 2020No Comments

Arcigay-Centaurus Südtirol Alto Adige stellt fest, dass die Landesregierung im Thema Menschen- und Bürgerrechte in großen Schwierigkeiten steckt und unter einen inneren Widerspruch leidet. Es fehlte der politische Wille der inneren Mehrheit der Landesregierung den Beitrittsprozess an das Netzwerk RE.A.DY zu Ende zu bringen.

Das Netzwerk RE.A.DY ist eine nationale Realität, welche bezüglich der Beitrittsmodalitäten klar geregelt ist und für die Provinzen – auch jene mit Sonderstatut – gleich wie für die Gemeinden und Regionen nur mittels eines formalen Beschlussantrages stattfinden kann, das heißt mittels eines Verwaltungsaktes durch die Kollegialorgane (in diesem Fall Landesregierung oder Landtag). Jegliche andere Beitrittserklärung ohne solcher Verfügung bleibt im besten Falle ein guter Wille, im schlimmsten Falle ein Versuch die LGBTQIA-Community zu täuschen, indem eine zweideutige Botschaft bezüglich der Unterstützung für die von ihr erlebten Schwierigkeiten vermittelt wird.

Wir stellen fest, dass der Landeshauptmann Arno Kompatscher nicht mit seinen Landesräten gerechnet hat und sich ungeschickt mit etwas befasst hat, was er nicht zu Ende bringen konnte.

Als Verein, welcher in Südtirol die LGBTQIA-Community vertritt bleiben wir enttäuscht und empört. Wir erwarten uns dass die Bekämpfung der Homo- und Transphobie für die Landesverwaltung eine programmierte und konkrete Aktion darstellt. Die Zeiten der guten Absichten und der unverbindlichen Unterstützung sind vorüber. Wir erleben einen italienischen Kontext, in welchem ein Anstieg der homo-transphoben Übergriffe feststellbar ist. Auch im Lande bemerken wir riesige Schwierigkeiten die Fälle von erlittener Diskriminierung und Gewalt anzuzeigen, wenn man eine LGBTQIA-Person ist.

Die Inszinierung, welche wir die letzten Tage miterlebt haben hilft den Menschen mit minderheitlicher sexueller Identität nicht, welche einmal mehr feststellen müssen dass ihr Schutz nicht mal einen Beschlussantrag wert ist. Aus diesem Grund sprechen wir, wie schon 2018, von institutioneller Homophobie.
Was passiert ist hat den Verdienst das Schweigen gegenüber dem Problem der Homo-Bi-Transphobie sowie bezüglich der Selbstbeweihräucherung dieser Landesregierung gebrochen zu haben.

Wir glauben weiterhin dass der Dialog mit den Institutionen notwendig ist; er stellt die außerordentliche Waffe dar, welche den Bürgerinnen und Bürgern einer verfolgten Minderheit erlaubt mit mehr Ruhe und Zuversicht ihre Eigenart zu erleben. Es bedauert uns noch im Jahre 2020 solche Worte schreiben zu müssen.

Wir bleiben offen für den Dialog, in Erwartung von einem reellen Engagement gegen Diskriminierungen, Gewalt und Hassparolen. Wir wollen wir diese Diskussion jeglicher parteipolitischen Instrumentalisierung entziehen, mit der Bewusstheit dass die Landesregierung eine institutionelle Position ausdrückt und nicht eine parteipolitische.

Wir warten darauf, dass die Landesregierung Stellung bezieht, und zwar nicht nur mittels einer Aussprache, sondern mittels einer formalen Abstimmung bezüglich dem Beitritt zum Netzwerk RE.A.DY.

Der Vorstand von Arcigay Centaurus:
Andreas Unterkircher
Arianna Miriam Fiumefreddo
Damiano Folchini
Sam Caldara
Morgana Sulaku