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Kompatscher befürwortet Homo-Bi-Transphobie

By 20 November 2018No Comments

Die Landesregierung lehnt die Teilnahme am Netzwerk gegen Homo-Bi-Transphobie ab.
Verein Centaurus: “politische Feigheit”

Der Verein Centaurus hat in Eintacht mit dem Netzwerk “Rete ELGBTQI*” die Zeit für reif gehalten die Teilnahme des Landes Südtirol am Netzwerk RE.A.DY zu verlangen, nachdem das Land im ausgehenden Jahr Respekt gegenüber den Themen der LGBTQIA*-Community bewiesen hatte. Insbesondere wurde der Welttag gegen die Homo-trans-bi-phobie am 17. Mai unterstützt. Zur Gelegenheit hatte LH Kompatscher eine Delegation von den Vereinen für Bürgerrechte empfangen und die Schirmherrschaft über das erste CSD der Region erteilt, welches im Juni in Trient stattfand.

Am vergangen 15. November kam schließlich die formelle Antwort in der das Land Südtirol kundgibt dass es nicht am Netzwerk RE.A.DY. teilnimmt:

Gentile Signora Fiumefreddo, egregio Signor Unterkircher,
in riferimento alla Vostra richiesta di adesione da parte della Provincia Autonoma di Bolzano alla rete RE.A.DY, desidero con la presente esporre la posizione a riguardo della Giunta Provinciale.

La Provincia Autonoma di Bolzano e la sua Giunta rifiutano con convinzione ogni tipo di discriminazione legata a qualsivoglia ragioni di orientamento sessuale, così come di genere, etniche o basate sul credo religioso. Una piena convivenza sul territorio, in particolar modo nel caso della nostra Provincia, deve necessariamente partire dal rispetto e dalla promozione dell’identità di ciascun cittadino.Per quanto riguarda, in particolare, le discriminazioni legate all’orientamento sessuale dell’individuo, il piacevole incontro che abbiamo avuto lo scorso maggio, così come la concessione del patrocinio al Dolomiti Pride 2018, credo siano a riprova di questo impegno mio personale e della Provincia tutta. Si tratta di un impegno che la Provincia proseguirà nel tempo.
Fermo restando quanto sopra considerato, la Giunta non desidera tuttavia legare la propria azione antidiscriminatoria alla formale adesione a reti dedicate, preferendo accordare di volta in volta il proprio sostegno alle singole iniziative in questa direzione.
Nel caso specifico della rete RE.A.DY ciò non toglie quindi che, pur non sottoscrivendone la Carta d’intenti, la Provincia rimarrà — come è stata finora — attenta a promuovere, nella sua azione, pari opportunità per tutti i cittadini, combattendo ogni forma di discriminazione, anche nell’ambito dell’orientamento sessuale di ciascuno.

Cordialmente,
Presidente
Arno Kompatscher

Der Verein Centaurus kann es kaum glauben und ist beim Lesen des Schreibens fassungslos. Wir halten die Antwort des Landeshauptmanns Kompatscher für völlig inakzeptabel. Der Wille einzelne Initiativen zur Sensibilisierung zu befördern kann auf keinster Weise eine organisierte und systematische Aktion ersetzen, welche einzig und allein konkret die homo-bi-transphobe Diskriminierung bekämpfen kann. Aktionen welche innerhalb des Netzwerks RE.A.DY eine genaue Bezeichnung des politischen Engagement gefunden hätten, welcher bis zum 9. Juni (Tag des CSD in Trient) den Willen der scheidenen Landesregierung zu bestimmen schienen.

Die Landesregierung soll erklären auf welche Weise sie organisch und systematisch die Bekämfung der Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Identität fortführen will, wenn sie nicht dem Netzwerk RE.A.DY beitritt. Zudem fragen wir uns welche Bedeutung die Unterstützung eines Dolomiti-Pride haben kann, welches de facto in einer anderen Autonomen Provinz stattfand und welches zu guter Letzt keinen konkreten Einsatz des Landes Südtirol beansprucht hat.

Die Antwort Kompatschers scheint die Schwierigkeit der jetztigen Landesregierung hervorzuheben Verantwortung zu übernehmen und sich offiziell zugunsten der Bürgerrechte einzusetzen, das in einer Zeit in welcher die Rechte der Minderheiten wider das Terrain der traurigsten antidemokratischen Propaganda geworden sind. Wenn das das “letzte Wort” des Landes ist, dann stehen wir vor einer politischen Mutlosigkeit und einer fremdbestimmten Landesregierung ohne einer klaren Vorstellung der Zukunft unserer Provinz.

Es wäre zu leicht zu denken dass die LGBTQIA*-Themen für die SVP, welche auch in der nächsten Landesregierung die Mehrheit bilden wird, ein Gegenstand des Tausches und der Wandlungsfähigkeit sind um das Regierungsabkommen mit der Lega zu erreichen. Hoffentlich bedeutet das nicht der Anfang einer Legislatur im Abwärtstrend.

Der Verein Centaurus Arcigay beantragt beim Landeshauptmann ein dringendes Treffen, weil er den Inhalt des Schreibens für unverständlich und die Methode dieser Entscheidung für inakzeptabel hält. Zudem laden wir die Mehrheit, welche die kommende Landesregierung bilden wird dazu ein darüber nachzudenken welche Politik zum Thema der Bekämpfung der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität in der nächsten Legislatur angewendet werden soll. In dieser Überlegung erwünschen wir eine Einbeziehung von Centaurus und die Hilfe anderer LGBTQIA*-Organisationen, welche zu einer einbeziehenden und solidarischen Funktion beitragen, was für dieses Land von grundlegender Wichtigkeit ist.

Verein Centaurus – Arcigay Bozen